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Autor Thema: Joomla nervt, Joomla stirbt, andere CMS sind besser  (Gelesen 7088 mal)

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addi

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Joomla nervt, Joomla stirbt, andere CMS sind besser
« am: 17. Oktober 2012, 23:12:26 »
Ahoi, jetzt an dieser Stelle die Frage, ob es nicht lohnt dieses Thema auf einer etwas sachlicheren und erquicklicheren Basis, möglichst unideologisch, locker, sachlich, informativ und freundlich bis respektvoll - zu besprechen, jedenfalls entschieden anders als bei joomlaportal. Das ganze natürlich ohne Tabus und zwanghaftes Threadschließen.

Bei Interesse könnte ihr euch hier ja einklinken, ansonsten wird dieser Thread sich halt irgendwann im Nivana verlieren ...

bembelimen

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Antw: Joomla nervt, Joomla stirbt, andere CMS sind besser
« Antwort #1 am: 18. Oktober 2012, 09:32:58 »
Ich empfinde Joomla! aktuell aus Programmierersicht schon recht nervig. Ich habe über ein halbes Jahr komplett verbraten um meine Vereinsverwaltungskomponente von Joomla! 1.5 auf 2.5 zu bekommen. Dabei bin ich mit der 1.5er Version so nah am Core geblieben wie möglich. Im Endeffekt habe ich, um wieder so nah am Core zu bleiben wie möglich, ca. 90% des Codes neu geschrieben bzw. umstrukturiert. Nun für 3.0 muss ich wieder alle Views neu schreiben, damit das Backend im neuen Bootstrap einigermaßen aussieht und im Frontend die Klassen stimmen...
Dabei hatte ich das Gefühl, Joomla! wirft mir massenhaft Stöcke zwischen die Beine. Als ich nun die letzten Wochen die Mehrsprachigkeit für Joomla! geschrieben habe, verstehe ich auch so langsam, warum es diese Stöcke gibt. Es ist unglaublich, wie viele Menchen, die noch nie Programmiert oder die sich das Programmieren mit Joomla! beigebracht haben (nicht sehr sinnvoll) Entscheidungsgewalt haben. Ich habe Stunden damit verbracht Nichtprogrammierer zu erklären, warum ich eine Zeile Code gerade so schreibe und nicht so wie es in deren PHP-Anfängertutorials steht. Das mag jetzt arrogant klingen, aber es ist ziemlich zeitraubend, wenn mir jemand erklären will, was sein Code macht, der nur aus irgend einer PHP-Basisfunktion besteht...denn das sehe ich selbst. Versucht man nun auf einer (anderen?) Metaebene mit dieser Person darüber zu reden, warum seine Idee nicht sinnvoll ist, stößt man sehr sehr schnell an eine Grenze, wo der Gegenüber aussteigt und man muss ihm erstmal mehrere Stunden die Grundlagen der Programmierung erklären muss, bevor er darüber reden kann.

Das Problem ist dabei, dass man dann genau diese Nichtprogrammierer braucht, damit etwas in den Core kommt. Diesen Patch z.B. bekommt keine Reaktion von solch einer Person. Also wird er wohl wahrscheinlich monatelang rumliegen.

Da entscheiden auf erster Ebene Leute, die wenig Ahnung von der Sache haben ob etwas "gut" ist oder nicht. Das steigert nicht unbedingt die Qualität des ganzen Systems. Auf der anderen Seite gibt es dann am oberen Ende der "Befehlskette" zwei Programmierer, die noch kaum bzw. eigentlich gar nicht professionelle Seiten mit Joomla! erstellen. Da wird dann gefühlt anhand von  irgendwelchen gelesenen Trends entschieden: komm wir bauen dieses Pattern ein. Obs sinnvoll ist oder es sogar nicht sinnvoller wäre erstmals bestehende Probleme zu beheben wird dabei total ignoriert.

Es fehlt ein Art "Hybrit" bzw. Austausch/Gewaltentrennung, auf der Entscheidungsebene was denn nun in den Core rein soll. Auf der einen Seite sollten sich Personen, die noch nicht so lange Programmieren bewusst sein, dass sie Programmierarbeiten lieber den erfahrenen Programmierer überlassen sollten, auf der anderen Seite sollten sich erfahrene Programmierer bewusst sein, dass sie schon Ewigkeiten keine eigene Seite mehr gebaut haben und nicht wirklich wissen, was denn gerade gebraucht wird. Das wissen wahrscheinlich wiederum die ersteren. So wurstelt jede Gruppe für sich und am Ende kommt so Sachen wie Bootstrap, das ACL, das Kategoriesystem, Captchas, das Updatesystem etc. heraus. Entweder schlecht implementiert (Bootstrap, Captcha (=ReCaptcha), das Kategoriesystem) oder nicht wirklich nah an der Zielgruppe (ACL, das Updatesystem mit fopen)

Aktuell bleibe ich trotzdem bei Joomla!, da ich aktuell nicht die Zeit habe mir ein neues System anzueignen und prinzipiell es immer schaffe um Joomla! herum zu programmieren, sodass es doch geht. Ärgerlich ist dann meistens, dass man irgendwas vom Core nutzen will, sich sehr tief mit der Materie beschäftigt und dann öfters feststellt, dass an einer Stelle das Konzept nicht zuende gedacht wurde, sei es durch eine Hardcode Abfrage, ein fehlender Parameter etc. und das ganze nicht generisch genug für das eigene Problem ist. So passiert mit dem ACL, den Kategorien und der Konfiguration. So lange ich Joomla! kann, werde ich wohl dabei bleiben, weil im großen und ganzen ist Joomla! im CMSvergleich schon ziemlich gut gemacht. Aber es waren in letzter Zeit immer kleinere bis mittelgroße Entscheidungen, die einen sauer aufstoßen lassen und die den Vorsprung zu anderen CMSe schmelzen lassen.

Aktuell gilt aber für Joomla! wohl noch "to big to fail".
« Letzte Änderung: 18. Oktober 2012, 09:38:10 von bembelimen »
Joomla! ist auch nur ein Mensch...

addi

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Antw: Joomla nervt, Joomla stirbt, andere CMS sind besser
« Antwort #2 am: 18. Oktober 2012, 12:43:52 »
Hi Benjamin,

zu vielen Teilen kann ich jetzt nichts anmerken, weil ich mich nicht so eingehend mit der Materie auseinandersetzen wollte und musste.

Allerdings sind mir auch einige Dinge von denen du berichtest negativ aufgefallen. Was mich bei einem Projekt nervte und an ganz alte Zeiten erinnerte, ist durchwegs der fehlende Integrationsgedanke, der Projekte und Arbeitsweisen ineffektiv werden lässt.

Man hätte längst das Kategoriensystem intelligent nutzen können und dafür sorgen können, dass man Items unterschiedlicher Erweiterungen darüber logisch gemeinsam ansprechen kann. Und warum kann man nicht ein Item mehreren Kategorien zuordnen? Die sich daraus ergebenden Suchmaschinenprobleme lassen sich sicher abfangen.

Bei Joomla!Day wies Hagen Graf zurecht auf den Umstand hin, dass die neue Mehrsprachigkeit UI-mässig nicht integriert ist. Die Frau von Opensource Matters schaute nur unverständig. Warum schaut man sich nicht einfach mal mehr von anderen CMS ab und überlegt, was man programmiertechnisch konzipieren muss? Bei Drupal geht das doch auch ordentlich mit der Mehrsprachigkeit.

Firstlady

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Antw: Joomla nervt, Joomla stirbt, andere CMS sind besser
« Antwort #3 am: 18. Oktober 2012, 15:48:13 »
Ich muss Benjamin in (fast) allem recht geben, was ich beurteilen kann.
Ich habe in der 1.5 Extensions für den Hausgebrauch programmiert und sie funktionierten sehr gut, obwohl ich vieles nicht wirklich verstanden hatte. Wie ich jetzt feststelle, waren sie nicht mal schlecht geschrieben (ich hatte ein gutes Buch), und ich war ein J!-Fan.

Dann habe ich bestimmt ein halbes Jahr damit verbracht, mich in die Platform der 1.7/2.5 einzuarbeiten, denn ich wollte wirklich "verstehen". Dabei habe ich verstanden dass vieles nicht zu Ende gedacht ist, obwohl ich nur einen Teil der Platform wirklich kenne.
Aber ich will  für die 3.0/3.5 nicht wieder von vorn anfangen. Da investiere ich die Zeit doch lieber in andere Systeme/Projekte.
 
Bei J!3.0 bin ich bisher völlig enttäuscht (dabei habe ich mir die platform noch gar nicht angeschaut). Ich finde das backend scheußlich und unübersichtlich. Ergonomisch gesehen ist es eine Katastrophe  (Augenbewegungen, Konraste). Wer pflegt denn eine site am  Smartphone? Ich bin wohl zu alt, kann sein. Aber keiner meiner Redakteure denkt im Traum daran, auf einem tablet oder mit dem iPhone Beiräge zu schreiben, Dokumentenarchive zu verwalten und ähliches was über Spielkram hinausgeht.
Gleichzeitig wurden die unausgegorenen Konzepte .. ich denk nur mal an userprofile .. unbesehen weiter verwendet. Man kann nicht mal einstellen, ob man auf username verzichten möchte, was bei profressionellen sites doch inzwischen die Regel ist.
Joomla zieht zahllose Newbies an, die von den netten Farben und der ach so einfachen Hantierung angetan sind. Ich denke mal "too big to fail" trifft es sehr gut - noch. Andererseits - die Progammierersicht, die wir hier einnehmen, sagt eigentlich nichts aus. Ich weiß ja nicht wie die Masse der aktiven und potenziellen Anwender das Produkt sieht. Obwohl für die das Versionchaos komplett sein muss.

Was mich an Joomla hält, das ist dass ich meine eigenen Kram hineinprogrammieren kann, dafür müsste ich bei einem anderen System sehr viel Zeit aufwenden. Andererseits, das System ist ein solcher Overkill .. ich habe mir schon überlegt wie shwer es wohl ist, ein eigenes ganz kleines, schlankes CMS genau für meinen Bedarf zu programmieren.  Vor Jahren hatte ich eins, wenig Funktionen, aber genau was ich gebraucht habe.

Grüße, Christiane
Grüße, Christiane

addi

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Antw: Joomla nervt, Joomla stirbt, andere CMS sind besser
« Antwort #4 am: 19. Oktober 2012, 00:15:46 »
Den Ärger durch die Neuentwicklung sehe ich vollkommen ein.

Noch eines: Muss man immer migrieren?

Das wird im Joomlaportal und auch von Joomlaniern reflexartig proklamiert, die Folgen für kleinere Projekte werden dabei aber gar nicht durchdacht.

Ich habe auch öfters mal daran gedacht Joomla untreu zu werden, folgendes fand ich interessant:

"Since Codeigniter applications can be Joomla extensions, that offers the best of both worlds; except that if you a different user of the website to be able to edit any content, you must make custom CRUD functions and view files. It can't go the other way very easily...Joomla component to Codeigniter application, but it is quite possible to do with recoding the Joomla MVC to Codeigniter MVC."

Joomla-Hilfe

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Antw: Joomla nervt, Joomla stirbt, andere CMS sind besser
« Antwort #5 am: 19. Oktober 2012, 22:15:52 »
Was mich an Joomla hält, das ist dass ich meine eigenen Kram hineinprogrammieren kann, dafür müsste ich bei einem anderen System sehr viel Zeit aufwenden.
Inzwischen sehe ich bei Joomla keine Zeitersparnis mehr. Ben hat oben gut beschrieben, wo es hakt: Die gravierenden Änderungen kommen in einem Tempo, daß die 3rd-Party-Entwickler nicht mehr programmieren, um neue Features anzubieten, sondern um ihr Zeug ohne großartige Verbesserungen lauffähig zu halten. Dabei vergeht immer mehr Entwicklern die Lust. Wer nicht wirklich sehr gut gut von Joomla lebt, sieht irgendwann nicht mehr ein, diese ganzen Mannstunden da reinzustecken. Die Massen von Hobbyentwicklern, die bei 1.0 das JED regelrecht geflutet haben, sind überwiegend verschwunden. Übrig bleiben professionelle Entwickler, die ihre "großen" Erweiterungen nicht mehr kostenlos abgeben, und kleine, banale, schnell geänderte Hobby-Tools. Diese Schere geht von Version zu Version weiter auseinander.

Zitat
Andererseits, das System ist ein solcher Overkill ..
Ein gutes, umfassendes System, bei dem man 99% der Aufgaben mit Systemfunktionen erledigen kann, ist immer Overkill. Wenn dahinter aber ein durchdachtes und langfristig konsequent beibehaltenes Konzept steckt, lohnt sich der Aufwand, sich dort einzuarbeiten und nach den Standards zu entwickeln.

Wenn aber wie bei Joomla eine dokumentierte Funktion bereits nach 6 Monaten umbenannt wird oder einfach etwas anderes macht (was dann auch noch zynisch mit "Steht doch so in den Docs" kommentiert wird), kann man auch auf dokumentierte Standards pfeifen und frei Schnauze programmieren, und das kann man bei jedem CMS, dazu braucht man kein Joomla.

Zitat
ich habe mir schon überlegt wie shwer es wohl ist, ein eigenes ganz kleines, schlankes CMS genau für meinen Bedarf zu programmieren.  Vor Jahren hatte ich eins, wenig Funktionen, aber genau was ich gebraucht habe.
So ein CMS besteht aus ein paar includes und bedarfsweise hinzugefügten Klassen ;)
Dietmar

Die Realität ist eine Halluzination, die durch akuten Alkoholmangel hervorgerufen wird.

Firstlady

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Antw: Joomla nervt, Joomla stirbt, andere CMS sind besser
« Antwort #6 am: 22. Oktober 2012, 15:19:34 »
Zitat
Wenn aber wie bei Joomla eine dokumentierte Funktion bereits nach 6 Monaten umbenannt wird oder einfach etwas anderes macht (was dann auch noch zynisch mit "Steht doch so in den Docs" kommentiert wird), kann man auch auf dokumentierte Standards pfeifen und frei Schnauze programmieren, und das kann man bei jedem CMS, dazu braucht man kein Joomla.
Nicht alle können programmieren und ich mag auch nicht mehr - jeder Zeile im Debugger hinterherkrabbeln, davon habe ich jetzt genug, Vermutlich geht es nicht nur mir so, und das könnte durchaus der Anfang vom Ende sein, wenn die Extesions einfach nicht mehr wartbar sind. 
Andererseits: Die Migrationen und Versionswechsel und die Schnelllebigkeit, das trifft alle CMS, da ist J! keine Ausnahme. Vielleicht seht ihr es bei J! nur besonders kritisch, weil ihr so tief drinsteckt? 
Grüße, Christiane

addi

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Antw: Joomla nervt, Joomla stirbt, andere CMS sind besser
« Antwort #7 am: 16. November 2012, 00:09:40 »
Meiner Meinung nach wächst Joomla nicht unbedingt zu schnell oder in die falsche Richtung, aber es wird zu wenig getan, um es praktikabel zu halten. Das kann am Geld oder einflussreichen Leuten (keine Ahnung) liegen, aber vielleicht liegt es auch einfach an einer kurzsichtigen Produktpolitik.

Man müsste dafür Sorge tragen, dass Joomla erstens auch in den alten Versionen immer noch abgesichert bleibt, d.h. es müsste das Sicherheitsteam schauen, dass auch dafür Patches weiterhin raus kommen, falls Sicherheitslücken bekannt werden, ich würde denken, dass es ein eigenes Team für alte Joomla-Versionen geben sollte, das von den Herrstellern von Dritterweiterungen und durch Spenden finanziert werden müsste (unrealistischer Wunschgedanke).

Zweitens müsste man Legacy erster nehmen, d.h. alte Klassen auf neue zurück zu führen, damit man nicht bei laufenden Programmierungsprojekten auf einmal alles wieder ändern darf und auch etwas mehr Zeit bei der Umstellung bekommt.

Joomla-Hilfe

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Antw: Joomla nervt, Joomla stirbt, andere CMS sind besser
« Antwort #8 am: 16. November 2012, 13:30:07 »
Man müsste dafür Sorge tragen, dass Joomla erstens auch in den alten Versionen immer noch abgesichert bleibt, d.h. es müsste das Sicherheitsteam schauen, dass auch dafür Patches weiterhin raus kommen, falls Sicherheitslücken bekannt werden, ich würde denken, dass es ein eigenes Team für alte Joomla-Versionen geben sollte, das von den Herrstellern von Dritterweiterungen und durch Spenden finanziert werden müsste (unrealistischer Wunschgedanke).
Von der praktischen Machbarkeit her ist das kein bißchen unrealistisch. In der Joomla-Kasse sind mehr als genug Mittel für sowas übrig, und wenn man sich mal ansieht, wie viele Sicherheitslücken nach dem EOL einer Version noch gefunden werden (AFAIR bis jetzt eine eher harmlose Lücke in 1.0.15), wird dafür so gut wie kein Geld benötigt.

Zitat
Zweitens müsste man Legacy erster nehmen, d.h. alte Klassen auf neue zurück zu führen, damit man nicht bei laufenden Programmierungsprojekten auf einmal alles wieder ändern darf und auch etwas mehr Zeit bei der Umstellung bekommt.
Korrekt. Eine Änderung am System müßte für mindestens 4-5 Jahre Bestand haben und nicht gleich mit einem "Ups, nicht richtig nachgedacht" bei der nächsten Version wieder rausfliegen oder geändert werden können/dürfen.

Andererseits dürfen dann die, die solche Schwächen nicht während der Alpha- und Betatests feststellen und bemängeln, auch nachträglich nicht rummeckern.
Dietmar

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Sammy

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Antw: Joomla nervt, Joomla stirbt, andere CMS sind besser
« Antwort #9 am: 23. Dezember 2012, 11:37:14 »
Da habe ich doch auch noch mal eine Meinung  ;)

Für mich ist das Hauptproblem die hohe Frequenz an nicht abwärtskompatiblen Code-Änderungen. Ich bin aktiv sicher nicht so nah dran wie viele von Euch, aber bei jedem Durchgang der Eigenentwicklung (1.0, 1.5, 2.0 und lesend die 3.0) bin ich auf so viel grundsätzlich neues gestoßen, dass man fast wieder bei Null angefangen hat. Dazu die beim Einstieg undurchsichtige Doku und die (für mich) nicht immer durchsichtige Realisierung des MVC-Konzepts.
Natürlich muss sich ein System weiterentwickeln und gerade das Abschneiden eines alten Zopfs wie den 1.0-Branch kann ich nachvollziehen, aber ich habe schon das Gefühl, dass man im Joomla-Team immer davon ausgeht, dass Seiten ja neu aufgesetzt werden und Extension-Entwickler sowieso nur für ihre Extensions da sind - und selbst dann ist die Migrationsdoku nicht so dolle.

Ohne die bekannten Foren würde Joomla niemals so breit existieren.

Zum Vergleich mal ein Projekt, bei dem vieles klarer und dem Entwickler einfacher gemacht wird (Doku, HowTo, Beispiele, Ide, Debug-PlugIn, Code-Design): http://symfony.com/
Keine Meckern, nur als Surf-Tipp für Interessierte.

cybertyper

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Antw: Joomla nervt, Joomla stirbt, andere CMS sind besser
« Antwort #10 am: 28. Dezember 2012, 02:08:43 »
Hallo,

Ich bin kein Programmierer, kann also die Situation von dieser Seite nicht beurteilen. Was mich stört ist die derzeitige Versionen-Zyklus-Politik und die Tatsache, dass man das dann immer wieder etwas anpasst. Die Unterscheidung zwischen Haupt- und Zwischenversionen mag aus gewissen Gesichtspunkten logisch sein, auch dass man die LTS nun 2 Jahre für gültig erklärt. Aber irgendwie ist das für mich ein hin und her, das dem Projekt schadet. Und ich werde den Eindruck nicht los, dass die User nur zögerlich glauben, dass man ab 2.5 "einfach so" dann updaten kann.

Die Frage, die sich mir (oder einem Kunden eventuell) bei neuen Projekten stellt ist: wie lange wird diese Version noch unterstützt, mit der ich dieses Projekt realisiere? - Und je nach dem wird es schwierig. Entweder ich kriege in der einen Version eine Erweiterung nicht ich bräuchte, oder die andere wird zuwenig lang unterstützt.

Mich hält an Joomla, dass es weit verbreitet ist und eine grosse Community existiert. Ich habe schon viele interessante Menschen kennen gelernt und an verschiedenen Projekten mitgewirkt.

Aber selbstverständlich schaue ich mir auch andere CMS an - ich finde solche Vergleiche sehr wichtig.

Gruss
Christiane
« Letzte Änderung: 28. Dezember 2012, 08:20:52 von cybertyper »

MaMi66

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Antw: Joomla nervt, Joomla stirbt, andere CMS sind besser
« Antwort #11 am: 01. Februar 2013, 13:15:38 »
Hallo,

auch ich bin kein Programmierer sondern ein reiner Anwender.

Ich bin kein Programmierer, kann also die Situation von dieser Seite nicht beurteilen. Was mich stört ist die derzeitige Versionen-Zyklus-Politik und die Tatsache, dass man das dann immer wieder etwas anpasst.
...
Die Frage, die sich mir (oder einem Kunden eventuell) bei neuen Projekten stellt ist: wie lange wird diese Version noch unterstützt, mit der ich dieses Projekt realisiere?

Für mich ist das Hauptproblem die hohe Frequenz an nicht abwärtskompatiblen Code-Änderungen.

Man müsste dafür Sorge tragen, dass Joomla erstens auch in den alten Versionen immer noch abgesichert bleibt, d.h. es müsste das Sicherheitsteam schauen, dass auch dafür Patches weiterhin raus kommen, falls Sicherheitslücken bekannt werden, ich würde denken, dass es ein eigenes Team für alte Joomla-Versionen geben sollte, das von den Herrstellern von Dritterweiterungen und durch Spenden finanziert werden müsste (unrealistischer Wunschgedanke).

Genau da sehe ich das Hauptproblem. Als jemand der nicht die Zeit hat sich in die Programmierung reinzuarbeiten, muss ich z.B. beim Template immer wieder bezahlen um auf der sicheren Seite zu sein. Wenn ich z.B. wie in meinem Fall die HP als "Spende" für einen Verein betreibe, frage ich mich immer wieder wie lange ich das noch kann bzw. ob es nicht auf dauer billiger ist auf ein anderes System zu wechseln. Als ich Angefangen habe und mich für Joomla entschieden habe, dachte ich nicht das so schnell Folgekosten auf mich zukommen.

LG
MaMi

Joomla-Hilfe

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Antw: Joomla nervt, Joomla stirbt, andere CMS sind besser
« Antwort #12 am: 01. Februar 2013, 14:14:43 »
Wenn ich z.B. wie in meinem Fall die HP als "Spende" für einen Verein betreibe, frage ich mich immer wieder wie lange ich das noch kann bzw. ob es nicht auf dauer billiger ist auf ein anderes System zu wechseln.
Auf welches denn außer Plain HTML? Bei welchem CMS treten denn keine Versionsbrüche auf?

Man kann über die Laufzeiten diskutieren, aber nicht über zu alten Versionen inkompatible neue Features. Das schafft keins der verbreiteten CMS.

Die Lebenszyklen bei Joomla sollten auf 3-4 Jahre kommen, das reicht dann. Nach dieser Zeit ist eine anspruchsvolle, komplexe Website sowieso komplett veraltet und benötigt eine Generalüberholung. Und eine zeitlose, simple Site benötigt benötigt kein CMS.
Dietmar

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MaMi66

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Antw: Joomla nervt, Joomla stirbt, andere CMS sind besser
« Antwort #13 am: 01. Februar 2013, 14:52:31 »
Hallo Joomla-Hilfe,

Auf welches denn außer Plain HTML?
Die Frage kann ich Dir leider noch nicht beantworten.
Habe mich für Joomla entschieden, da ich so die einzelnen "Komponenten" einfach zusammenfügen konnte.


Man kann über die Laufzeiten diskutieren, aber nicht über zu alten Versionen inkompatible neue Features. Das schafft keins der verbreiteten CMS.
Sorry, da hast Du mich wohl falsch verstanden. Wenn ich es richtig verstehe (bin kein Profi) muss ich updaten um auf der sicheren Seite zu sein, da Sicherheitslücken nicht mehr geschlossen werden.

Die Lebenszyklen bei Joomla sollten auf 3-4 Jahre kommen, das reicht dann. Nach dieser Zeit ist eine anspruchsvolle, komplexe Website sowieso komplett veraltet und benötigt eine Generalüberholung. Und eine zeitlose, simple Site benötigt benötigt kein CMS.
Erstens, habe ich ende 2010 mit der Seite begonnen und hätte bis heute 4 Versionen und 2 mal für ein neues Template bezahlen müssen (und im März und September diesen Jahres wieder).
Bei 4 Jahren Laufzeit hätte ich also noch fast zwei Jahre bis ich das nächste mal in die Tasche greifen müsste, denn die "Komponenten" die ich benutzt habe bzw. benutze (hab immer noch die Version 1.5, da ich mir eine neues Template, welches genau wie das alte aussieht, noch nicht leisten kann) sind immer noch ausreichend.

Joomla-Hilfe

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Antw: Joomla nervt, Joomla stirbt, andere CMS sind besser
« Antwort #14 am: 01. Februar 2013, 17:16:30 »
Sorry, da hast Du mich wohl falsch verstanden. Wenn ich es richtig verstehe (bin kein Profi) muss ich updaten um auf der sicheren Seite zu sein, da Sicherheitslücken nicht mehr geschlossen werden.
Richtig, und das gilt für alle verbreiteten CMS. Irgendwann endet bei jedem der Support alter Versionen.
Zitat
Erstens, habe ich ende 2010 mit der Seite begonnen und hätte bis heute 4 Versionen und 2 mal für ein neues Template bezahlen müssen (und im März und September diesen Jahres wieder).
Wer hat dir denn das erzählt? 1.6-2.5 sind aufwärtskompatibel. Das waren ganz normale Updates ohne irgendwelche Anpassungen.

Ein sauber geschriebenes Template für 1.5 ohne ein schwachsinniges Framework dahinter an 2.5 anzupassen ist eine Sache von wenigen Stunden. In der Zeit bekommt man nicht annähernd ein neues Template hin.

Zitat
Bei 4 Jahren Laufzeit hätte ich also noch fast zwei Jahre bis ich das nächste mal in die Tasche greifen müsste, denn die "Komponenten" die ich benutzt habe bzw. benutze (hab immer noch die Version 1.5, da ich mir eine neues Template, welches genau wie das alte aussieht, noch nicht leisten kann) sind immer noch ausreichend.
Auch die Komponenten für 1.5 werden nicht mehr aktualisiert. Du sitzt auf einem Pulverfaß. Wenn doch noch eine Lücke gefunden wird, schließt die niemand mehr. Dir bleibt dann nur, die Site von jetzt auf gleich aus dem Netz zu nehmen oder darauf zu warten, daß ein Hacker deine Site findet und "umgestaltet".

2010 war das Ende der 1.5 bereits angekündigt. Es ist zum Schluß sogar um mehr als ein halbes Jahr hinausgeschoben worden. Trotzdem ist jeder selbst schuld, der nach dieser Ankündigung noch eine neue Site mit dieser abgekündigten Version angefangen hat. Das im Nachhinein auf die Entwickler zu schieben ist einfach nur dreist.
Dietmar

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MaMi66

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Antw: Joomla nervt, Joomla stirbt, andere CMS sind besser
« Antwort #15 am: 01. Februar 2013, 20:39:22 »
Richtig, und das gilt für alle verbreiteten CMS. Irgendwann endet bei jedem der Support alter Versionen.
Auch so schnell?

Wer hat dir denn das erzählt? 1.6-2.5 sind aufwärtskompatibel. Das waren ganz normale Updates ohne irgendwelche Anpassungen.
Sorry, wie gesagt kein Profi. Deswegen sind meine Äusserungen auch keine Behauptungen sondern eher halbe Fragen.

Ein sauber geschriebenes Template für 1.5 ohne ein schwachsinniges Framework dahinter an 2.5 anzupassen ist eine Sache von wenigen Stunden. In der Zeit bekommt man nicht annähernd ein neues Template hin.
Wie gesagt kein Profi, kann also nicht wissen ob es sauber geschrieben ist.

Auch die Komponenten für 1.5 werden nicht mehr aktualisiert. Du sitzt auf einem Pulverfass.
Aua, und das weil ich als Anfänger eventuell auf falsche Pferd gesetzt habe :-(

2010 war das Ende der 1.5 bereits angekündigt. Es ist zum Schluss sogar um mehr als ein halbes Jahr hinausgeschoben worden. Trotzdem ist jeder selbst schuld, der nach dieser Ankündigung noch eine neue Site mit dieser angekündigten Version angefangen hat. Das im Nachhinein auf die Entwickler zu schieben ist einfach nur dreist.
Sorry, war es etwas eher. Die Seite war vor August 2010 (Schützenfest) schon fertig also ca ende 2009. Als die Seite erstellt wurde war noch nicht von der 1.6 die rede. Erst kurz nach Fertigstellung.

Bitte nicht falsch verstehen, ich will Joomla nicht schlecht reden sondern nur aufzeigen über welche Stolpersteine die Laien fallen und suche nach Lösungen, da ich unserer Bruderschaft den Internetauftritt ermöglichen will. Bevor ich auf die Idee kam hatte sie noch gar keine HP und würde auch heute noch nicht im Netz vertreten sein.